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Wie das Darmmikrobiom bei der Vorhersage von Krebsimmuntherapien behilflich sein kann

Transatlantische Forschergruppe deckt m├Âglichen Zusammenhang zwischen Darmmikroorganismen und der Wirksamkeit von Krebsimmuntherapien auf

13.03.2023 Pressemitteilung

Ein internationales Expertenteam unter der Leitung von Prof. Dr. Eran Elinav, Abteilung Mikrobiom und Krebs des Deutschen Krebsforschungs-zentrums (DKFZ) und Prof. Dr. Christoph Stein-Thoeringer, Professor f├╝r Klinische Infektiologie und Translationale Mikrobiomforschung an der Medizinischen Fakult├Ąt T├╝bingen, hat einen m├Âglichen Zusammenhang zwischen den Mikroorganismen des Darms und der Wirksamkeit von bestimmten Krebsimmuntherapien aufgedeckt. In der renommierten Fachzeitschrift ÔÇ×Natur MedicineÔÇť publiziert, deuten die Studienergebnisse darauf hin, dass eine Antibiotikabehandlung vor einer sogenannten CAR-T-Zelltherapie mit ung├╝nstigen Behandlungsergebnissen verbunden ist.

 

Auch wenn nach neuesten vorl├Ąufigen Studien das Risiko, an Krebs zu sterben, innerhalb der Europ├Ąischen Union in den letzten Jahren zur├╝ckgegangen ist, z├Ąhlen Krebserkrankungen weiterhin zu den h├Ąufigsten Todesursachen. Es gibt aber in einigen Bereichen ├Ąu├čerst erfreuliche Fortschritte, etwa bei der Bek├Ąmpfung von Leuk├Ąmie durch Krebsimmuntherapien mit CAR-T-Zellen. Mit Hilfe eines gentechnologischen Verfahrens k├Ânnen k├Ârpereigene T-Zellen im Labor zu Chim├Ąren Antigenrezeptor-T-Zellen (CAR-T-Zellen) umgewandelt und anschlie├čend in den menschlichen Organismus zur├╝ck transferiert werden. Mit diesen Antigenrezeptoren ausgestattet, sind die modifizierten T-Zellen dann in der Lage, die Tumorzellen im K├Ârper aufzusp├╝ren und zu vernichten.

Nichtsdestotrotz gibt es weiterhin gro├če Unterschiede zwischen den Behandlungsergebnissen der Patientinnen und Patienten. Eine m├Âgliche Ursache ist hierbei die Einnahme von Antibiotika. ÔÇ×Wir konnten zeigen, dass sich eine Behandlung mit Antibiotika vor einer CAR-T-Zelltherapie negativ auf den Erfolg der Krebsimmuntherapie auswirktÔÇť, erkl├Ąrt Prof. Stein-Thoeringer. ÔÇ×Mithilfe des Einsatzes des maschinellen Lernens, einem Teilbereich der K├╝nstlichen Intelligenz, konnten wir bestimmte Komponenten des Mikrobioms identifiziert, die eine Vorhersage der klinischen Ergebnisse der CAR-T-Zell-Immuntherapie erm├Âglichten, indem wir uns auf Patientinnen und Patienten konzentriert haben, die zuvor keine Antibiotika eingenommen hattenÔÇť, erl├Ąutert Prof. Elinav die Vorgehensweise.

ÔÇ×Zuk├╝nftig k├Ânnten Bestandteile unseres Darmmikrobioms, also bestimmte Bakterien, als sogenannte Biomarker genutzt werden, um die Wirksamkeit einer CAR-T-Zelltherapie besser vorherzusagenÔÇť, erg├Ąnzt Prof. Stein-Thoeringer. Dies m├╝sse sich jedoch in weiteren multizentrischen Studien noch herausstellen.

In T├╝bingen besch├Ąftigt sich Prof. Stein-Thoeringer mit der Rolle des Darmmikrobioms bei Immuntherapien gegen Krebs wie der CAR-T-Zelltherapie und insbesondere, wie einzelne Bakterien Immunzellen beeinflussen k├Ânnen und welche therapeutischen M├Âglichkeiten hieraus entstehen. In diesem Rahmen ist seine Professur in dem T├╝binger Exzellenzcluster ÔÇ×Controlling Microbes to Fight InfectionsÔÇť (CMFI) integriert.

Zum internationalen Expertenteam z├Ąhlten neben dem Universit├Ątsklinikum T├╝bingen und dem DKFZ in Heidelberg auch Forschende des Weizmann Institute of Science (Israel), des Universit├Ątsklinikums Heidelberg, des LMU Universit├Ątsklinikums M├╝nchen, dem Universit├Ątsklinikum Regensburg, dem MD Anderson Cancer Center in Houston (USA) und dem Moffitt Cancer Center in Tampa (USA).
 

Titel der Originalpublikation: ÔÇťA non-antibiotic-disrupted gut microbiome is associated with clinical responses to CD19-CAR-T cell cancer immunotherapyÔÇŁ

Die Studie ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.nature.com/articles/s41591-023-02234-6 

(Quelle: Pressemitteilung Universit├Ątsklinikum T├╝bingen, 13.03.2023)

Wissenschaftlicher Kontakt

Prof. Dr. med. univ. Christoph Stein-Thoeringer

Medizinische Klinik ÔÇô Innere Medizin I (Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie, Hepatologie, Infektiologie und Geriatrie)

Website

 

Pressekontakt

Leon Kokkoliadis
Medien- und ├ľffentlichkeitsarbeit

Tel: +49 7071 29-74707
E-Mail: leon.kokkoliadis@uni-tuebingen.de