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"Blaualgen werden missverstanden: Warum Cyanobakterien auch Lebensretter sind"

Ein Beitrag der FAZ über Blaualgen, die gleichzeitig Nervengiftproduzenten und Lebensretter sein können.

03.09.2026 In den Medien

Ein Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bespricht wissenschaftliche Erkenntnisse zu Cyanobakterien, umgangssprachlich auch Blaualgen genannt , die gleichzeitig für Mensch und Tier gefährliche Nervengifte produzieren können und einen vielversprechenden Lösungsansatz einiger unserer Umweltprobleme darstellen. Unter den hierzu befragten Forschenden ist Karl Forchhammer, einer der assoziierten Forschenden des CMFI.

Cyanobakterien werden mit dem Fortschreiten des Klimawandels immer mehr zum Problem, beispielsweise in der Ostsee und in vielen Gewässern Hessens. Die Photosynthese betreibenden Bakterien gehören zu den ältesten Organismen der Erde und sind essenziell für die Möglichkeit des Lebens auf unserem Planeten, aber manche von ihnen können auch Neurotoxine bilden, an denen beispielsweise schon Hunde am Berliner Tegeler See und Weißkopfseeadler im Südosten der USA gestorben sind. Bei ihrem vermehrten Vorkommen handelt es sich um einen Teufelskreis der Überdüngung: Das jahrzehntelange Fließen von Düngmitteln aus Flüssen beispielsweise in die Ostsee führt zu optimalen Lebensbedingungen für die auf Phosphate angewiesenen Cyanobakterien. Und diese wiederum produzieren weitere Stickstoffverbindungen, die die Überdüngung verschärfen. Außerdem führt ihr Absterben zu einer Ausbreitung der Todeszonen mit Sauerstoffmangel am Meeresboden.

Doch sind Blaualgen, wie der FAZ-Artikel erklärt, auch missverstandene Lebewesen, die potentiell zur Lösung einiger der menschengemachten Umweltprobleme beitragen könnten. So erklärt der Tübinger Wissenschaftler Prof. Dr. Karl Forchhammer, der sich mit dem Stoffwechsel der Cyanobakterien beschäftigt, dass diese ein vielversprechender Produzent von vollständig biologisch abbaubarem Bioplastik sein könnten. Er habe mit seinem Team ein Bakterium genetisch so verändert, dass es viel mehr von diesem Bioplastik produziere. Zwar werde diese Methode voraussichtlich immer teurer bleiben als die Plastikherstellung mithilfe von fossilen Rohstoffen, könne aber zumindest einen Teil zur Lösung unseres Plastikproblems beitragen.

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Wissenschaftlicher Kontakt

Prof. Dr. Karl Forchhammer

Universität Tübingen
Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin
Organismische Interaktionen

E-Mail: karl.forchhammer@uni-tuebingen.de
Webseite

Pressekontakt

Leon Kokkoliadis
Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel: +49 7071 29-74707 / +49 152 346 79 269
E-Mail: leon.kokkoliadis@uni-tuebingen.de

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