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CMFI Ausstellung MicroPop international gefragt

09.04.2026 CMFI News

Das vom Exzellenzcluster CMFI initiierte Projekt MicroPop wirkt über seine ursprüngliche Laufzeit hinaus weiter. Die anhaltende Nachfrage nach den interaktiven Exponaten zeigt, dass das interdisziplinäre Vermittlungskonzept auf Resonanz stößt.

Interdisziplinäre Kooperation mit nachhaltiger Wirkung

MicroPop, eine Kooperation des CMFI, des Forschungszentrums für Wissenschaftskommunikation (FfW) der Universität Tübingen und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart (ABK), verbindet seit November 2021 Wissenschaft, Industrie- und Kommunikationsdesign. Promovierende des CMFI entwickelten gemeinsam mit zwei Klassen der ABK acht Exponate. Diese wurden 2023 in mehreren deutschen Ausstellungen gezeigt – und finden nun neue Präsentationskontexte. Aus dem Projekt gründete sich daneben das Punk-Performance-Kollektiv „Horizontaler Gentransfer“ aus, das sich mit Themen wie der eigenen Identität, Migration und Heimat beschäftigt. Die Band erhielt 2025 den mit 16.000 € dotierten Hans-Molfenter-Kunstpreis der Landeshauptstadt Stuttgart.

MicroPop als Diskussionsgrundlage in den USA

Im November 2025 reisten die Exponate "Meet & Greet", “Bacterial Typography” und “Biofilm” nach Chapel Hill in die USA, wo sie im Rahmen einer Sonderausstellung an der University of North Carolina präsentiert wurden. Anlass war eine internationale Kooperation zwischen dem CMFI, dem Forschungszentrum für Wissenschaftskommunikation der Universität Tübingen und der US-amerikanischen Universität im Bereich Wissenschaftskommunikation und Medical Humanities.

In einem mehrtägigen Workshop zum Thema “Communicating the Invisible” diente MicroPop als Praxisbeispiel für innovative Ansätze zum Brückenschlag zwischen Wissenschaft, Design und Gesellschaft Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich komplexe wissenschaftliche Inhalte für unterschiedliche Zielgruppen anschaulich und interaktiv erfahrbar machen lassen. David Gebka (ABK), Davina Höll (CMFI) und Michael Pelzer (Forschungszenrum für Wissenschaftskommunikation) präsentierten das Projekt vor Ort und gaben Einblicke in die transdisziplinären Prozesse und Strategien hinter dem Projekt. Dabei wurden nicht nur Aspekte der zugrunde liegenden mikrobiellen Forschung beleuchtet, sondern auch, wie Designmethoden und Ansätze rhetorischer Wissenschaftskommunikation Kooperationsprozesse gefördert und neue Perspektiven auf das Mikrobiom eröffnet haben.

Einen Bericht über den Workshop in Chapel Hill gibt es hier: 

https://hhive.unc.edu/2025/10/micropop-hhgr-lecture-and-exhibit/

 

© Davina Höll/Universität Tübingen.
© Davina Höll/Universität Tübingen.
© Michael Pelzer/Universität Tübingen.
© Davina Höll/Universität Tübingen.
© Davina Höll/Universität Tübingen.
© Davina Höll/Universität Tübingen.

Aktuelle Präsentation in Ulm 

Derzeit sind drei MicroPop-Exponate Teil der Ausstellung "Winzige Giganten – Die Macht der Mikroorganismen" im Museum Brot und Kunst – Forum Welternährung in Ulm (28. November 2025 bis 12. April 2026). Die Ausstellung thematisiert die zentrale Rolle von Mikroorganismen in Umwelt, Ernährung und Gesellschaft. 

Die drei Exponate "Shaking Flagella", "Augmented Mirror" und den Biofilm-Projektionen sind Teil der Schau und laden dazu ein, Mikrobiologie interaktiv und sinnlich zu erleben. Die Ausstellung vereint wissenschaftliche Ansätze mit künstlerischen Positionen und zeigt neben den MicroPop-Exponaten auch Werke international bekannter Künstlerinnen und Künstler wie Anna Dumitriu & Alex May, Kathrin Linkersdorff, Pipilotti Rist, Sam Taylor-Johnson und Anicka Yi. Ihre Werke sind in großen Ausstellungshäusern und Museen wie dem MoMA New York, der Tate Modern London, dem Centre Pompidou Paris, dem Hamburger Bahnhof Berlin, der Ars Electronica Linz oder der Venice Biennale zu sehen.

CMFI Principal Investigator Karl Forchhammer hat in der Ausstellung einen Bioreaktor installiert, in dem Cyanobakterien kontinuierlich mittels Photosynthese den nachhaltigen Kunststoff PHB (Polyhydroxybutyrat) herstellen. Die gezeigte Reaktion basiert auf seinen Forschungsarbeiten

 „Winzige Giganten“ erklärt die Welt der Mikroorganismen aber auch naturwissenschaftlich mit weiteren Beiträgen von Agroscope Bern, Helmholtz Zentrum für Umweltforschung Halle, Universitäten Hohenheim, Tübingen, Ulm, Wien und Zürich, TU Berlin und TU Graz, ETH Zürich und WSL Birmensdorf. So zeigt CMFI Principal Investigator Karl Forchhammer zum Beispiel, wie Cyanobakterien in Echtzeit biologisch abbaubares Bioplastik herstellen. Besucherinnen und Besucher können erste Prototypen des so hergestellten Plastiks sehen und anfassen. 

Die Ausstellung ist eingebettet in ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Workshops und Science Talks. Das CMFI unterstützt die Ausstellung gemeinsam mit weiteren deutschen und schweizer Bildungs- und Kultureinrichtungen. 

Das Museum Brot und Kunst in Ulm. © Leon Kokkoliadis/CMFI
Das Exponat "Augmented Mirror" im Museum Brot und Kunst in Ulm. Die Besuchenden können spielerisch und interaktiv mit der Hand bösartige Bakterien aus dem Gesicht entfernen. © Leon Kokkoliadis/CMFI
Das Exponat "Shaking Flagella" im Museum Brot und Kunst in Ulm. © Leon Kokkoliadis/CMFI
Ein Bioreaktor, der die Forschung von Karl Forchhammer zur Herstellung des Biokunststoffs PHB mithilfe von Cyanobakterien zeigt. © Leon Kokkoliadis/CMFI
Ein Bioreaktor, der die Forschung von Karl Forchhammer zur Herstellung des Biokunststoffs PHB mithilfe von Cyanobakterien zeigt. In weiss ist hier hängend eine Probe des Kunststoffs in Form eines Cyanobakteriums zu sehen. © Leon Kokkoliadis/CMFI
Historische Mikroskope aus einer Ulmer Privatsammlung. Solche aus Messing gearbeiteten Apparate wurden lange in der biologischen Forschung verwendet. © Leon Kokkoliadis/CMFI
Das Exponat "Shaking Flagella" im Museum Brot und Kunst in Ulm. © Leon Kokkoliadis/CMFI
Bereichstafel der Ausstellung "Winzige Giganten" im Ulmer Museum Brot und Kunst. © Leon Kokkoliadis/CMFI.

MicroPop in Basel und Zürich 

Das Projekt MicroPop wird 2026 in Basel und Zürich in der Schweiz zu sehen sein. Zum einen wird das Projekt auf dem Symposium Living Borders vorgestellt, das vom 21. Bis 23.05.2026 in Basel stattfindet. Die Veranstaltung möchte interdisziplinäre Zugänge zu lebenden Grenzen wie der Haut schaffen und bringt hierfür Forschende und ProjektleiterInnen aus den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften zusammen. Living Borders ist ein von der Nomis Foundation gefördertes Forschungsprojekt und baut auf das in Harvard gestartete Projekt „Skin Ecologies“ auf, an dem auch die Universität Amsterdam und die Technische Universität Berlin beteiligt sind. MicroPop wird bei Living Borders sowohl auf der organisatorischen Projektebene als auch inhaltlich mit seinen Bezügen zu mikrobiellen Lebensräumen vorgestellt und diskutiert werden. 

Ab September 2026 werden einige Exponate von MicroPop im Museum Mühlerama in Zürich ausgestellt.  

Nachhaltige Vermittlungsarbeit 

Die fortgesetzte Präsentation der MicroPop-Exponate in unterschiedlichen Kontexten zeigt die Nachhaltigkeit des Projekts. Die Verbindung von Forschung, künstlerischer Gestaltung und partizipativer Vermittlung erweist sich als tragfähiger Ansatz für zeitgemäße Wissenschaftskommunikation – und trägt zur Sichtbarkeit der interdisziplinären Arbeit des CMFI bei. Aus dem Projekt gründete sich daneben das Punk-Performance-Kollektiv „Horizontaler Gentransfer“ aus. Die Gruppe arbeitet an der Schnittstelle von Bildender Kunst, Musik, Lyrik, Theater und Performance. Ausgehend von persönlichen Erfahrungen verhandeln die Künstlerinnen in ihrer künstlerischen Praxis, die Elemente des K‐Punk, Spoken Word und Art‐Pop verbindet, Fragen der Zugehörigkeit und Konzepte von Heimat. Die Band erhielt 2025 den mit 16.000 € dotierten Hans-Molfenter-Kunstpreis der Landeshauptstadt Stuttgart. 

Pressekontakt

Leon Kokkoliadis
Medien- und Öffentlichkeitsarbeit

Universität Tübingen

Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin

Exzellenzcluster „Kontrolle von Mikroorganismen zur Bekämpfung von Infektionen” (CMFI)

Tel: +49 7071 29-74707

E-Mail: leon.kokkoliadis@uni-tuebingen.de

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